Im Rampenlicht

Im Rampenlicht
„Im Rampenlicht“

Leerer Platz vor dem Kornhaus in Ulm vormittags um 10 Uhr.

Ein Mann mit Mundschutz schließt auf. „Ach, du bist es Jan!“

Im Flur wandern meine Hände automatisch unter den Desinfektionsspender. Meine FFP2 Maske sitzt gut.

Oben im großen Saal ist eine riesige Technik aufgebaut. Fünf junge Männer in vorwiegend schwarzer Kleidung, zwei mit Hoodies eilen umher. Freundliche Augen über Mundschutz-Nasen, freundliche Worte zur Begrüßung.

Auf der Bühne vor einer riesigen Wand aus rotem Samt-Vorhängen steht der Tisch mit schwarzem Tuch. Gleich das blaue mitgebrachte Tischtuch über das schwarze gelegt und den Frühlingsblumen Strauß auf den Tisch drapiert.

Der Soundcheck unter vielen Scheinwerfern in hellem Licht beginnt. Reden Sie ganz normal. (Ohne Mundschutz gelingt das prima.)

Soundcheck passt.

Der Chef-Techniker schreit von seinem Mischpult herunter: „ACTION“. Plötzlich ist es ganz still.

Ich schreite auf die Bühne.

Nehme Platz, setze die Lesebrille auf und fange an zu lesen.

Im Rampenlicht!!!!

Unter hellem Licht auf hartem Stuhl, blicke ich auf meine Geschriebenes. Und ab und an in das schwarze Dunkel der lautlosen Stille.

Wer steht da in der Finsternis, ach ja die Techniker.

Jetzt lese ich den „HOTDOG“ für mich. Ich fiebere mit meinen erschaffenen Figuren. Ich fühle mit Anton, als sein Hund stirbt. Ich genieße den extragroßen Hotdog mit meinem Protagonisten, bis er von seiner Beute „abgelenkt“ wird. Ich lebe meine Geschichte.

Niemand räuspert sich, lacht, gähnt oder ist vielleicht schon eingeschlafen.

Nacht vor mir, Stille um mich herum.

Das Warten auf Reaktionen ist vergeblich.

Ich lese für mich ganz alleine, Probelesen sozusagen.

Aber das täuscht, das täuscht ganz gewaltig. Denn da vorne vor mir stehen hinter der Kamera zwei Männer, drei andere bedienen das Tonmischpult. Weiter hinten verstreut zwischen weit auseinander gestellten Stühlen sitzen meine fünf Mitstreiter/-Streiterinnen.

Meine Geschichte ist zu Ende. Ich blicke auf, grinse ins schwarze Loch.

Dann erklingt vom Chef-Techniker der klare Ruf „CUT“. Plötzlich wird es taghell.

Ich blinzle in grelles Licht.

Und kann auf einmal alle wieder sehen: meine Mitstreiter, die Techniker und Jan.

Jetzt bin ich „im Kasten“.

Und später im Netz? Wen interessiert meine Story überhaupt? Männer oder eher Frauen mit oder ohne Hund? Wer wird mich wohl anklicken, wer mich weg?

Diese Gedanken schwirren nun in meinem Kopf wie torkelnde Junikäfer in der Dämmerung. Es bleibt spannend!

"Frauenriege"
„Frauenriege“

Liebe Besucher,

Wenn Sie wollen, dürfen Sie mich gerne sehen und meine Lieblingsgeschichte „Hotdog“ auf youtube genießen.

Es war sehr interessant und außerordentlich spannend umgeben von fünf jungen Technikern mit entsprechendem Equipment in einem leeren Veranstaltungsraum zu lesen. Und trotz allem zu wissen, dass meine Geschichte ein viel größeres Publikum erreichen kann, als je ein Theatersaal füllen.

Selbstverständlich werde ich hier den Termin der Freischaltung auf youtube bekannt geben.

Schauen Sie einfach wieder vorbei! So long!

Herzlichst Ihre/Eure Elisabeth Hannak

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