Am Samstag, den 30.08.25 lasen wir sechs (Gerhard, Helmut, Katja, Sabine, Thomas und ich) untern Pavillon des Apothekergartens im Botanischen Gartens der Uni Ulm.
Saschas Handpan begleitete unsere Texte mit warmen, vibrierenden Tönen, die wunderbar mit den Naturgeräuschen harmonisierten.
Ich glaube, ich hatte den über dreißig Zuhörer*innen nicht zu viel versprochen. Sie lauschten in stiller Aufmerksamkeit, die bei meiner Geschichte kurz unterbrochen wurde und zu Heiterkeit führte.
„Sie haben Ihren Zielort erreicht!“ funkte ein vorlautes Handy dazwischen, gerade als der wieder genesene Laubfrosch seinen Heimatteich gesund erreichte und hineinhüpfte.
Ansonsten war die Atmosphäre engagiert und neugierig. Eine gemeinsame Spannung lag in der Luft, als sich Wort für Wort zu einem leisen, aber beständigen Brummen und Summen verdichtete – eine passende Metapher für das Thema des Nachmittags.
Die organisatorischen Details hatten sich bereits zu Beginn als kleine Herausforderung erwiesen: Zunächst musste spontan entschieden werden: drinnen oder draußen. Gerhard, unser Organisator, entschied sich für draußen, als Regentropfen fielen. Aber Petrus hatte ein Einsehen. Es blieb nur bei einigen Wenigen.
Dann reichten die verfügbaren Sitzplätze nicht aus, sodass Nachzüglerinnen und Nachzügler sich auf den Stufen positionieren mussten. Doch auch dies war kein „Beinbruch“.
Trotz dieses Umstands oder gerade deswegen entstand eine vertrauliche Nähe zwischen Leser*innen und Publikum, die dem Nachmittag eine besondere Wärme verlieh, auch wenn sich der ein oder andere im weiteren Verlauf des Nachmittags sehr gerne in seine warme Jacke hüllte.
Besonders berührend waren die Momente, in denen Gedichte und Kurzgeschichten, welche brisante Themen, wie: Wassermangel, Umweltverschmutzung, Insektensterben und Bedrohung der Natur zum Thema hatten, direkt ineinandergriffen und das Publikum in eine gemeinsam getaktete Klangwelt hineinzogen. Die Handpan, als verbindendes Element, hob einzelne Passagen hervor und gab dem Nachmittag seine lebendige Struktur.
Fazit: Brummen und Summen, Kriechen, Flattern und Quaken war mehr als eine Lesung – es war ein gemeinsames Hören, ein Austausch ohne Worte, der durch Musik inmitten der Natur eine einzigartige Atmosphäre geschaffen hat.
Ich nehmen diese Stimmung sehr gerne mit und lasse sie noch lange nachklingen. Darüber hinaus freue ich mich auf ein Wiedersehen mit euch im nächsten Jahr im botanischen Garten in Ulm.
Herzlischst
Elisabeth



